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Titelstory
Die Cassini-Mission – ein Rückblick

Peter Fuchs, Pinneberg

Abb. 1: Raumsonde Cassini (inklusive der Huygens-Sonde (senkrechter Diskus im Vordergrund)), Quelle: NASA

Raumsonde Huygens

Mit dem gesteuerten Eintauchen der Cassini-Sonde in die Saturnatmosphäre endete am 15.09.2017 eine der spektakulärsten Raumsonden-Missionen unserer Zeit. In den STERNZEIT Ausgaben 1/2005 bis 2/2006 hatte ich bereits über die Mission berichtet.

Damals hatte die Cassini-Sonde gerade ihr „Beiboot“ Huygens zur Landung auf den Saturnmond Titan geschickt (Januar 2005). Dieses einmalige Manöver in rund 1 Milliarde Kilometer Entfernung von der Erde hatte große Aufmerksamkeit erregt und schon zu jenem Zeitpunkt viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebracht. Ab dann umkreiste Cassini allein den Saturn. Dieser Beitrag fasst im ersten Teil noch einmal die wichtigsten Daten der Mission zusammen. In der kommenden Ausgabe werde ich über die wichtigsten Erkenntnisse nach den zahlreichen Vorbeiflügen an den großen Saturnmonden berichten.

Daten zur Sonde

Die Sonde bestand aus zwei Teilen: zum einen aus dem Orbiter Cassini, etwa 6,7 m hoch und 4 m im Durchmesser (siehe Abb. 1), zum anderen aus der Tochtersonde Huygens (Abb. 2), welche den Lander darstellte, der auf der Titanoberfläche abgesetzt wurde. Beide zusammen hatten ein Startgewicht von 5,7 Tonnen, das Allermeiste davon war Treibstoff. Cassini wurde im Auftrag der NASA vom Jet Propulsion Laboratory gebaut. Huygens wurde von Aerospatiale im Auftrag der ESA unter Beteiligung der italienischen Raumfahrtagentur ASI konstruiert. Alle Experimente (12 an Bord von Cassini und 6 an Bord von Huygens) wurden in sternzeit 1/2005 genauer beschrieben.

Start, Flug, Ankunft

Am 15.10.1997 hob die Sonde an der Spitze einer Titan Centaur IV B von Florida aus zu einer rund sieben Jahre dauernden Reise zum Saturn ab. Auch zum genauen Reiseverlauf kann auf den Artikel in sternzeit 1/2005 verwiesen werden. Bemerkenswert sind die zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit benötigten Swing-by-Manöver an den Planeten Venus, Erde und Jupiter. Diese erzwingen eine komplexe Reiseroute (Abb.3) und führten die Sonde zweimal an der Venus (26.04.1998 und 24.06.1999), einmal an der Erde (18.08.1999) und einmal am Jupiter vorbei. Danach ging es dann endgültig Richtung Saturn, wo die Sonde nach rund 7,9 Milliarden Flugkilometern am 01.07.2004 eintraf und zum ersten künstlichen Satelliten des Ringplaneten wurde.

Absetzen der Huygens-Sonde

Am 25.12.2004 wurde der 318 kg schwere Lander Huygens von der Orbitersonde Cassi-ni abgekoppelt und begab sich auf die 22-tägige Reise zum Titan, wo er am 14.01.2005 um 12:43 Uhr UTC aufsetzte. Damit war und ist Huygens die erste und einzige Sonde, die auf einem Mond des äußeren Sonnensystems erfolgreich landete (sternzeit 2/2005). Der direkte Abstieg durch die Atmosphäre des Mondes dauerte rund 2,5 Stunden. Auf der Oberfläche angekommen, überlebte die Sonde noch weitere 72 Minuten.

 

Titelbild Ausgabe 1/2018

Dieser Text ist eine Leseprobe. Den vollständigen Text finden Sie in

Ausgabe 1 / 2018

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