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Titelstory
Rettet die Erde! Teil 1: Armageddon

Thomas Siebold, Daisendorf

Abb. 1: Das Eingabefenster der von der Purdue University bereitgestellten Simulation zu den Auswirkungen von Asteroideneinschlägen. Die eingegebenen Werte entsprechen denjenigen des Nördlinger Ries-Ereignisses vor 15 Millionen Jahren.

Mit Hilfe einer Web-Applikation können die physikalischen Auswirkungen eines Asteroideneinschlags auf der Erde simuliert werden.

Nein, es geht nicht um Science Fiction oder Hollywood-Kino, sondern um Wissenschaft; genauer: um das Armageddon, das in der Vergangenheit schon mehrfach stattfand und auch zukünftig eintreten wird. An der Claude-Dornier-Schule in Friedrichshafen unterrichte ich am dortigen Technischen Gymnasium das Fach Astronomie und Raumfahrttechnik. Ein im letzten Schuljahr von der Firma Airbus Defence and Space (Immenstaad) angeregtes Schülerprojekt befasste sich mit der von erdnahen Asteroiden (NEA, Near Earth Asteroids) ausgehenden Gefahr für unsere menschliche Zivilisation und möglichen Abwehrmaßnahmen. In diesem Zusammenhang wurde ich auf zwei äußerst interessante Web-Applikationen aufmerksam. In diesem ersten Teil stelle ich ein Simulationsprogramm vor, mit dessen Hilfe jeder die physikalischen Auswirkungen von Einschlägen unterschiedlichster Himmelskörper berechnen kann.

1. Die Gefahr

Vor etwa 65 Millionen Jahren führte der Einschlag eines ca. zehn bis fünfzehn Kilometer messenden Asteroiden in der mexikanischen Halbinsel Yucatán zum Untergang der Dinosaurier und einem weltweiten Massensterben, dem ein Großteil der damaligen Tiere und Pflanzen zum Opfer fiel. In Süddeutschland zeugt das Nördlinger Ries von einer Kollision mit einem etwa 1,5 bis 2 Kilometer messenden Asteroiden vor ca. 15 Millionen Jahren. Während Zusammenstöße mit derartig großen Objekten glücklicherweise äußerst selten vorkommen, steigt die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse mit abnehmender Größe der einschlagenden Objekte stark an. Noch gut in Erinnerung ist die Explosion eines ca. 18 Meter durchmessenden Meteors über der russischen Stadt Tscheljabinsk vom 15.02.2013. Dabei entstand hoher Sachschaden, etwa 1500 Menschen wurden durch Glassplitter zerborstener Scheiben und Ähnlichem verletzt. Wie durch ein Wunder waren keine Toten zu beklagen.

2. Physikalische Auswirkungen eines Einschlags

Die Purdue University in West Lafayette, Indiana, USA, stellt auf ihrer Website eine englischsprachige Simulation der physikalischen Folgen eines Asteroideneinschlags zur Verfügung. Das Programm wurde am Imperial College in London entwickelt und sollte in jedem Browser laufen; es muss keine Software installiert werden. Die theoretischen Grundlagen der Simulation werden in [1] beschrieben.

Nach dem Aufruf der Website [2] öffnet sich ein übersichtliches Fenster (siehe Abbildung 1). In vier Eingabefeldern werden die Eigenschaften des Asteroiden (Projectile Parameters), die Bahnparameter (Impact Parameters), die Eigenschaften des Einschlagsgebiets (Target Parameters) und der Abstand des Beobachters vom Einschlagsort eingegeben. Die in der Abbildung gezeigten Werte entsprechen dem Meteoriten, durch dessen Einschlag das Nördlinger Ries entstand. Berechnet werden sollen die Auswirkungen auf Friedrichshafen, ca. 150 km entfernt. Im oberen Teil des Fensters werden die eingestellten Werte tabellarisch angezeigt.

Quellen

[1] Theoretische Grundlagen: G. S. Collins et al.: Earth Impact Effects Program: A Web-based computer program for calculating the regional environmental consequences of a meteoroid impact on Earth; Meteoritics & Planetary Science 40, Nr 6, 817–840 (2005)

[2] Simulationsprogramm: http://www.purdue.edu/impactearth

 

Titelbild Ausgabe 3/2017

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