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Raumfahrt
Die Anfänge der Weltraumfahrt der USA (Teil 9) - Space-Shuttle: Der Beginn

Abb. 1: STS-1 Crew, John Young (links) und Robert Crippen (Bild: NASA)

In den bisherigen Ausgaben wurde über die US-Weltraumfahrt nach dem zweiten Weltkrieg, die Mercury- und Gemini-Flüge, das Apollo-Programm sowie über Skylab berichtet. In dieser Ausgabe erfahren Sie, wie es danach mit den ersten Flügen des Space Shuttle weiterging.

Mit der Landung der drei Astronauten Stafford, Slayton und Brand ging eine Ära zu Ende, die mit Wostok 1 und Juri Gagarin begonnen und der Landung von Apollo 11 auf dem Mond ihren Höhepunkt erreicht hatte. Es waren Visionen verwirklicht worden, an die fünfzig Jahre zuvor nur einige SF-Autoren gedacht hatten. Die bemannte Weltraumfahrt war ihren Kinderschuhen entwachsen und wenn auch kein Staatspräsident eine neue Parole ausgeben sollte, so war doch das Fernziel klar, der Traum der Menschheit: die Besiedlung des Weltalls. Ein erster Schritt hierzu wurde vor allem von den Sowjets gemacht, die über zwei Jahrzehnte mit den Saljut-Raumstationen und später der MIR demonstrierten, dass Menschen auch länger als ein Jahr im Weltraum leben können. Der US-amerikanische Beitrag bestand dagegen zunächst nur in Form des eher bescheidenen Skylab-Projektes. Doch es war der NASA natürlich klar, dass es nach dem Ende von ASTP irgendwie weitergehen musste. Und so war als nächster Schritt das ALT-Programm geplant, das shuttle approach and landing test program, das – zunächst theoretisch – die Starts und Landungen des Raumgleiters vorbereiten sollte, damit dieser in späteren Jahren zum Einsatz kommen konnte. Deke Slayton, schon vor seinem ASTP-Flug von Chris Kraft dorthin beordert, übernahm die Leitung dieses Projektes, an seiner Seite war wiederum Tom McElmurry.

Das Design des Shuttles war bereits 1972 festgelegt worden und ähnelte den raketenbetriebenen Vehikeln, die bei der NASA bereits in den 1960ern zum Einsatz gekommen waren. Und da es nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre jeden mindestens 3000 km (1500 Meilen) entfernten Punkt erreichen können sollte, ähnelte das Shuttle einem Flugzeug (aber mit Deltaflügeln !) – wie ein solches landend und somit wiederverwertbar. Weg von den „Einwegraumschiffen“. Aber auch geprägt von der Air Force, die das Shuttle insbesondere dafür nutzen wollte, in beliebigen Umlaufbahnen (Spionage)Satelliten auszusetzen. Die Konstruktion als Deltaflügler war durch den großen Landeradius bedingt und diese wiederum verminderte aufgrund des höheren Leergewichtes die Nutzlast. Und erforderte einen Verzicht auf Triebwerke, die ein hohes Eigengewicht hatten. Alternativ war ein größerer Schub beim Start erforderlich. Die Erfordernis der Wiederverwertbarkeit des gesamten Fluggleiters bedingte daneben aber auch ein völlig neues Hitzeschildsystem, damit er beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nicht verglühen würde.


Mit dem ersten Modell des Space Shuttles, dessen Bau in 1975 beschlossen wurde, war geplant, eine antriebslose Landung zu testen. Man wollte mit dem ersten Orbiter, der zunächst Constitution heißen sollte,

ab 1977 auf dem Gelände der Edwards Air Force Base ein Dutzend Landungen im Gleitflug durchführen. Und es war erforderlich, ein geeignetes Flugzeug zu bauen bzw. modifizieren, welches das Shuttle in einige Kilometer Höhe bringen konnte, um es dort auszuklinken. Letztlich wurde entschieden, eine Boeing 747 entsprechend umzubauen, was größere Probleme bereitete, als viele Menschen vermuteten. Das SCA, das shuttle carrier aircraft, wie der umgebaute Jumbo schließlich genannt wurde, war bereits für sich alleine ein imposantes Flugzeug, auch ohne ein Shuttle auf seinem Rücken. Neu konstruiert werden musste auch die Vorrichtung, mit welcher der Orbiter angehoben werden konnte. Es gab viel zu tun, bis der erste Flug endlich stattfinden konnte und es sollten noch viele Jahre bis dahin vergehen.

 

Titelbild Ausgabe 3/2020

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