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Raumfahrt
In Memoriam Michael Collins

Peter Osenberg

Bild 1: Michael Collins im April 1969 vor dem Flug mit Apollo 11 (Foto: NASA)

Die Nachricht erreichte mich eher zufällig – die ganz große Schlagzeile war es den Medien nicht wert. Nun ja, es war ja auch nicht Neil Armstrong, der erste Mensch, der den Mond betreten hat, sondern es ging um Michael Collins. Der seinen Kollegen „nur“ aus dem Mondorbit bei ihrem „Moonwalk“ zusehen konnte. Und der am 28.04.2021 an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben ist.

Michael Collins wurde am 31.10.1930 in Rom geboren, weil sein Vater dort in dieser Zeit als Militärattaché stationiert war. Er selbst schlug später ebenfalls eine Militärlaufbahn ein, studierte an der Militärakademie in West Point und trat anschließend der US Air Force bei, wo er u.a. in Frankreich zum Piloten ausgebildet wurde. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten arbeitete er zum einen als Ausbilder, zum anderen aber auch als Testpilot auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien.

Während dieser Zeit bewarb er sich bei der NASA, zunächst für die „zweite Gruppe“, die eigentlich bereits die dritte war und der auch Neil Armstrong angehörte. Welcher seinerseits 1958 schon Teil der allerersten Gruppe war, der „Man in Space Soonest“. Doch Collins wurde im September 1962 nicht für die „Next Nine“ (die auf die „Mercury-Seven“ folgten) ausgewählt, was ihn aber nicht davon abhielt, sich an der darauffolgenden Auswahl wieder zu beteiligen. Und diesmal, im Oktober 1963, hatte er Erfolg, wie im Übrigen auch Edwin Aldrin, der Dritte im Bunde bei Apollo 11.

Er spezialisierte sich in seinen ersten Jahren bei der NASA auf den Bereich Raumanzüge und Tätigkeiten außerhalb der Raumfahrzeuge, war als Ersatz für James Lovell bei Gemini 7 eingeteilt und kam schließlich im Juli 1966 als Pilot bei der Gemini 10 Mission mit Kommandant John Young zu seinem ersten Einsatz. Die Mission war die erste, bei der sowohl eine Kopplung (nämlich mit einem Satelliten), als auch ein Ausstieg aus der Kapsel durchgeführt wurde. Michael Collins war damit der erste Astronaut, der sich im Weltraum von einem Flugkörper zu einem anderen bewegt hat. Auf seinem nächsten Flug hätte er im Dezember 1967 unter dem Kommando von Frank Borman die neue Mondlandefähre in einem Erdorbit testen sollen. Doch dazu kam es nicht, denn die Apollo 1 - Katastrophe führte zu gravierenden – auch zeitlichen – Veränderungen beim Apollo-Programm. Es wurden zunächst etliche unbemannte Starts durchgeführt und so wurde er für den Flug mit Apollo 8 zum Mond eingeteilt, der Ende 1968 stattfinden sollte. Doch diesen musste er aus gesundheitlichen Gründen absa- gen, stand aber immerhin als sogenannter „CapCom“, also Verbindungssprecher, in Houston zur Verfügung.

 

Titelbild Ausgabe 3/2021

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