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Hans-Dieter Gera

Die totale Sonnenfinsternis vom 8. April 2024

Globaler Verlauf der totalen Sonnenfinsternis vom 12. August 2026
Totale Sonnenfinsternisse (Abb. 1) gehören zu den eindrucksvollsten Erscheinungen am Himmel. Sie sind verhältnismäßig häufig zu beobachten. Fast jedes Jahr findet eine statt, selten auch zwei. Trotzdem haben nur wenige Menschen in ihrem kurzen Erdendasein die Gelegenheit, ein solches Ereignis zu beobachten. Denn ein bestimmtes Gebiet wird nur durchschnittlich alle 100 Jahre vom Kernschatten des Mondes bestrichen.
In Deutschland war die letzte totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999 zu beobachten. An diese legendäre „Regenfinsternis“ werden sich die älteren unter uns noch recht gut erinnern. Die nächste ist erst für den 3. September 2081 zu erwarten, wobei der Mondschatten über den äußersten Südwesten Deutschlands laufen wird. Danach müssen wir bis zum Jahr 2142 warten. Am 25. Mai 2142 findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die u. a. im kompletten Ruhrgebiet sichtbar sein wird. Und so unternehmen die Sonnenfinsternis-Fans oft weite Reisen, um in das Gebiet der Totalität zu gelangen. Im Jahre 2026 ist dies jedoch zum Glück nicht nötig. Am 12. August ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis, bei der Deutschland relativ nahe an der zentralen Zone liegt. Diese führt u. a. über den nördlichen Teil Spaniens sowie das östliche Mittelmeer inklusive der kompletten Balearen.
Global gesehen und unabhängig davon, ob total oder partiell, ist die Finsternis von folgenden Gebieten aus zu sehen: Nordpolarmeer, Grönland, Kanada, dem Nordosten der USA, Nordatlantik, dem größten Teil Europas und Westafrika. Die Totalitätszone beginnt ca. 2.400 km nördlich von Grönland im Nordpolarmeer und zieht dann über den östlichen Streifen der größten Insel der Welt. Weiter geht es dann über den Nordatlantik und den westlichen Teil Islands, wobei die Hauptstadt Reykjavik im Totalitätsgebiet liegt. Das Maximum der Finsternis wird am Ort 65,2° Nord und 25,2° West um 17h 46m UT erreicht. Dieser Punkt liegt ca. 80 km westlich des nördlichsten Zipfels Islands im Nordatlantik. Die Totalität währt dort 2min 18s bei einer Sonnenhöhe von 26° über dem Westsüdwesthorizont. Die Breite der Totalitätszone erreicht dort 294 km. Danach wandert der Kernschatten des Mondes über den Atlantik nach Süden und läuft über Nordspanien und das westliche Mittelmeer. Unweit östlich der Balearen löst sich der Mondschatten dann von der Erdoberfläche (Abb. 2).
Die relative Nähe zur Totalitätszone bedingt auch in Deutschland eine tiefe partielle Phase: So wird die Sonne für meinen Wohnort Velbert um 20h 12m MESZ am 12. August 2026 zu 88% verfinstert. Allerdings steht die Sonne dann nur noch gut 6° über dem Westhorizont.
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