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Kosmologie
Auf der Suche nach außerirdischer Intelligenz

Gerhard Conrad, Heilbad Heiligenstadt

Abb.1: Im Vordergrund die Millstone Hill Steerable Antenna (MISA, 46 m Durchmesser) am MIT Haystack Observator. Quelle: © 2026 MIT Haystack Observatory

Seit Jahrhunderten beschäftigt die Menschheit eine der größten Fragen überhaupt: Sind wir allein im Universum? Aus dieser Neugier heraus wurden bislang 27 vor allem gezielte Radionachrichten ins All gesendet, eine Art kosmische Visitenkarte. Wissenschaftler hoffen, dass intelligente außerirdische Zivilisationen diese Signale empfangen, entschlüsseln und vielleicht sogar darauf reagieren.

Unsere Botschaften enthalten Informationen über die Erde, die Menschheit und unsere Position im All und spiegeln zugleich unseren Wunsch wider, Kontakt aufzunehmen und unseren Platz im Universum besser zu verstehen.

Zwei dieser Radionachrichten haben in diesen Monaten Jubiläum und werden in dieser Ausgabe vorgestellt. Die Poetica-Vaginal-Message von 1986 (oft auch als Kunstprojekt deklariert) und die Teen-Age-Message von 2001.

Seit 40 Jahren im All: Die Poetica Vaginal Message (1986)

Die Poetica Vaginal Message gehört zu den ungewöhnlichsten frühen Versuchen interstellarer Kommunikation. Sie wurde 1986 am Millstone Hill Observatory unter Beteiligung von Joe Davis vom Massachusetts Institute of Technology konzipiert. Ziel war es, biologische Informationen des Menschen in codierter Form als Radiosignal in den interstellaren Raum zu übertragen.

Im Zentrum des Projekts stand die Idee, menschliche Körperfunktionen – konkret Vaginalkontraktionen – in DNA-Sequenzen zu übersetzen und diese als Informationsträger zu nutzen. Damit verband sich die Annahme, dass grundlegende biologische Strukturen universell verständlich sein könnten, selbst für hypothetische außerirdische Empfänger.

Die geplante Aussendung in Richtung der nahen Sternsysteme ε Eridani und τ Ceti wurde zunächst durch die US-Luftwaffe unterbunden, da inhaltliche und ethische Bedenken bestanden. Spätere Einschätzungen gehen jedoch davon aus, dass die Signale in den Jahren 1996 und 1998 dennoch ihre Ziele erreicht haben dürften.

Beide Zielsysteme zählen zu den sonnennahen Sternen und wurden wiederholt im Kontext der Suche nach bewohnbaren Planeten untersucht. Für ε Eridani wurde mit Epsilon Eridani b im Jahr 2000 ein Gasriese nachgewiesen, u.a. durch Prof. Artie Hatzes, (ehemaliger Direktor der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg), während τ Ceti mehrere Planetenkandidaten aufweist.

Dennoch sprechen astrophysikalische Bedingungen in beiden Systemen gegen stabile Lebensräume für komplexe Organismen. Während ε Eridani mit 660 Mio. Jahren noch relativ jung ist, werden für τ Ceti (mit einigen möglichen Exoplaneten) ein Alter von ca. 10 Mrd. Jahren geschätzt. Eine Antwort hätte theoretisch schon 2010-2012 auf der Erde eintreffen können.

Die Poetica Vaginal Message steht damit exemplarisch für eine frühe Phase interstellarer Kommunikationsversuche, in der wissenschaftliche, technische und künstlerische Ansätze eng miteinander verbunden waren. Zugleich wirft sie die grundlegende Frage auf, welche Inhalte die Menschheit auswählt, wenn sie beginnt, sich selbst im kosmischen Kontext darzustellen.

 

Titelbild Ausgabe 3/2026

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