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Raumfahrt
Besuch im US Space & Rocket Center in Huntsville / Alabama

Peter Osenberg, Remscheid

Abb. 1a: Maßstabsgetreues Saturn V Modell. Foto: Peter Osenberg

Bereits in der Ausgabe 4/2025 hatte ich über meinen letzten Aufenthalt in den USA berichtet. Und über den Besuch bei der NASA in Houston, wo u.a. eine der drei noch vorhandenen Saturn V Raketen zu besichtigen ist. Und von wo aus auch heute die Missionen geleitet werden. Doch es gibt noch eine weitere, weniger bekannten Einrichtung der NASA, worüber ich in diesem Artikel gerne berichten möchte.

Rückblick

Begonnen hat alles im Frühjahr des Jahres 2000 während meines ersten Aufenthaltes in den USA, genauer gesagt in Florida. Sämtliche Starts der US-Missionen von Mercury und Gemini über Apollo bis zum Space Shuttle sind nämlich im Laufe der Jahrzehnte vom „Weltraumbahnhof“ Cape Canaveral aus erfolgt. Ein Besuch dort ist also ein unbedingtes Muss für alle Raumfahrt-Enthusiasten. Doch es sollte fast ein Vierteljahrhundert dauern, bis mir ein weiterer Besuch an einer dieser historischen Stätten vergönnt war: nämlich dem Besuch des Raumfahrtkontrollzentrums in Houston / Texas. Hierüber hatte ich in der Ausgabe 4/2025 ja bereits ausführlich berichtet. Die Reise im April 2024 führte mich dann von Houston aus aber noch weiter: in den Bundesstaat Alabama zum Redstone Arsenal, an dem das Marshall Space Flight Center (MFSC) und das US Space & Rocket Center liegen.

Die Geschichte des MFSC

Das nahe der Stadt Huntsville gelegene George C. Marshall Space Flight Center ist das zivile Forschungszentrum der US-Regierung für Raketen- und Raumschiffantriebe, das sicher am wenigsten bekannte und in den 1960er und 1970er-Jahren zugleich größte NASA-Zentrum. Es wurde am 1. Juli 1960 gegründet – vor allem dazu, die Trägerrakete für das Apollo-Programm zu entwickeln. Und auch danach spielte es noch bis in die 1980er Jahre hinein eine große Rolle beim Skylab- und beim Shuttle-Programm.

Die ersten Anfänge reichen zurück bis ins Jahr 1945, als die USA zahlreiche Wissenschaftler und Ingenieure, auch und vor allem aus dem besiegten Deutschland, rekrutierten. Insbesondere der Raketenspezialist Wernher von Braun, der bereits die deutsche V2-Rakete entwickelt hatte, sei hier genannt. Ab der zweiten Hälfte der 1940er Jahre entwickelte also von Braun mit seinem Team die V2 insofern weiter, so dass sie – als zweistufige Version – eine für damalige Zeiten Rekordhöhe von 400 km erreichte. Der Standort nahe Huntsville liegt darin begründet, dass die USA während des zweiten Weltkriegs dort an drei Standorten Munition und Geschosse produzierte und lagerte. Diese wurden dann nach dem Krieg im sogenannten „Redstone-Areal“ zusammengelegt und ab 1950 fand dort vor allem die Forschung und Entwicklung von Mittel- und Langstrecken-Flugkörpern statt.

In den 1950er Jahren wurde diese Tätigkeit immer weiter ausgeweitet, zumal man sich schon bald im sogenannten „kalten Krieg“ mit der damaligen Sowjetunion befand. Von Braun behielt aber immer das Projekt Raumfahrt, zu der er sich durch die Ideen von Hermann Oberth hingezogen fühlte, im Blick. So veröffentlichte er 1952 eine vielbeachtete Artikelserie „Crossing The Last Frontier“, in der es darum ging, wie es gelingen kann, die Erde mit Hilfe eines raketengetriebenen Raumschiffs zu verlassen. Im September 1954 schlug er vor, die mittlerweile etablierte Redstone-Rakete als erste Stufe einer mehrstufigen Trägerrakete für Satelliten zu verwenden. Höhere Stellen beschlossen jedoch zunächst, hierfür die sogenannte Vanguard-Rakete zu verwenden, die zeitgleich vom Naval Research Laboratory entwickelt wurde.

 

Titelbild Ausgabe 3/2026

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