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Raumfahrt
Marsforschung im Sturzflug

Ralf Plechinger, Roth

Abb.1: Für wenige Sekunden wird der Airbus zum Labor in Schwerelosigkeit: Autor Ralf Plechinger während einer Mikrogravitationsphase an Bord des AirZeroG. Foto: Novespace

Im Juni 2024 hatte ich die außergewöhnliche Möglichkeit, einen Parabelflug des DLR in Frankreich zu begleiten und dabei die Schwerelosigkeit bzw. Mikrogravitation genießen zu dürfen. Während dieses Fluges begleitete ich journalistisch das Projekt CHARLIZE von der Uni Duisburg-Essen. Dabei ging es um ein Experiment, das Hangrutschungen und Sandbewegungen in Kratern auf dem Mars erklären sollte. Die Ergebnisse des Experiments wurden jetzt im Januar vorgestellt.

Mittlerweile gibt es viele Raumsonden und Rover, die den Mars aus der Ferne und Nähe erkunden. Aus Orbiterdaten stellten Wissenschaftler fest, dass es in der Nähe von Kraterhängen oder anderen Abhängen auf dem Mars Gebiete gibt, wo immer zur warmen Saison, also zur Sommerzeit, Hänge instabil werden und es dort Hangrutschungen und kleine Lawinenabgänge gibt. Auf den Bildern der Raumsonden sind diese Hangrutschungen deutlich zu erkennen, da das frisch abgerutschte Material deutlich dunkler erscheint als der umgebende Marssand, welcher mit seiner vom Wind herangetragenen dünnen Staubschicht stärker reflektiert und somit heller erscheint.

Während des Winters passiert an diesen Stellen gar nichts, der Wind trägt lediglich geringste Mengen von neuem Staub heran, welcher gerade mal dazu geeignet ist, die Spuren zu verwischen. Jedoch reicht diese Menge keinesfalls aus, um weitere Lawinen auszulösen. Doch sobald es wieder Sommer wird, treten diese Hangrutschungen erneut auf, und zwar wieder an der gleichen Stelle. Bisher konnte nicht erklärt werden, was die Ursache für diese Hanginstabilität ist.

In der Literatur gab es mehrere Ideen zur Ursache. Eine davon war Wasser unter dem Sand, welches diesen nach Sonneneinstrahlung durch Verdampfung instabil macht. Doch dagegen spricht, dass diese Erosionsgebiete auf Höhe des Marsäquators liegen, wo die Böden sehr viel trockener als in anderen Regionen des Planeten sind und eigentlich kein Wasser vorhanden sein dürfte. Eine andere Idee war, dass es sich um hochkonzentrierte Salzlaken handelt, welche instabil werden. Aber dadurch, dass es jede Saison wieder auftritt und an Intensität nicht abnimmt, ist diese Ursache auch schwer zu erklären.

 

Titelbild Ausgabe 3/2026

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