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Astro-Praxis
Der Seestar S50 - Das VLT des „kleinen Mannes“

Horst-Dieter Döricht

Abb. 1: Seestar im AZ-Modus mit Nivellierbasis

Der Seestar kam in der Folge von EV Scope und Stellina auf den Markt. Das waren mit die ersten vollautomatischen Teleskope, die Bild für Bild aufnehmen und addieren, sodass nach geraumer Zeit Galaxien und Gasnebel auf dem Display eines Handys sichtbar wurden. Diese Geräte hatten ein merkwürdiges Design, was wohl der Konstruktion geschuldet war.

Auch den der ersten Seestar Blick (Abb. 1) einen hinterlässt zwiespältigen auf Eindruck, der in etwa in die Richtung tendiert: Viel Plastik fürs Geld. Dieser erste Eindruck sollte sich aber als ein vorschnell gefälltes Urteil und ein großer Irrtum herausstellen.

Geräteaufbau

Der Eindruck mit dem Billig-Plastik wird sehr schnell relativiert, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Sehr stabiler, dickwandiger Kunststoff bei dem nichts knarzt oder knarrt. Die Achsenlager bestehen aus hochwertigen Materialien, Ritzel und Zahnräder für die Antriebe sitzen auf kugelgelagerten Edelstahlwellen. Zahnräder und Ritzel sind hochpräzise aus Hartkunststoff gefertigt, wie er auch im modernen Getriebebau verwendet wird. Der Antrieb erfolgt durch Zahnriemen von den kleinen Schrittmotoren aus. Alles in Allem läuft der Antrieb leise und präzise wie ein Uhrwerk.

Das Gerät ist mit seinen 2,5kg und seinen kompakten Abmessungen sehr gut transportierbar und eignet sich auch hervorragend für die Mitnahme in den Urlaub. Die Optik ist ein Triplet mit einer Brennweite von 250 mm bei einem Objektivdurchmesser von 50 mm. Also ein klassischen f/5 Verhältnis. Vor der Objektiv Fassung befindet sich ein 5mm breites Heizband, das manuell zugeschaltet werden kann, um Taubeschlag auf der Optik während der Belichtung zu verhindern.

Der Aufnahme Chip ist ein Sony IMX 462, der auch in teuren ASI Kameras der Firma ZWO verbaut ist. Der Chip hat eine Bild-Diagonale von 6,64 mm und eine Pixelgröße von 2,9 my. Ein Dual-Narrowband sowie ein UV-IR Filter können vor den Chip geschaltet werden, was intern mechanisch geregelt wird.

Das Gerät erstellt sogenannte Darkframes, mit denen die Einzelbilder direkt auf einen schwarzen Hintergrund kalibriert werden. Hierzu wird der Kamerachip intern automatisch mit einem kleinen Plättchen verdunkelt. Auch eine Vorab-Kalibrierung der Bilder durch „Flatframes“ ist nicht erforderlich. Das gesamte optischen System ist komplett geschlossen, sodass ein Staubpartikel-Problem erst gar nicht auftreten kann. Es stellte sich heraus, dass das Thema Astrofotografie hierdurch auf eine ganz neue Basis gestellt wird. Es entsteht wirklich der Eindruck, dass das Seestar eine neue Ära in der Amateur-Astrofotografie einläutet.

Für Menschen, die mit dem Handling eines Smartphones vertraut sind, ist das Gerät sehr einfach zu bedienen und liefert schon in ein paar Minuten auf dem Smartphone-Display sehenswerte Bilder, die auch sofort gespeichert werden. Die Bilder, der so gemachten Galaxien und Nebel, können dann beliebig sortiert werden. Sie werden auf dem Handy in einer speziellen Seestar Datei im JPG Format angelegt, damit sie zum schnellen anschauen und/oder teilen sofort zur Verfügung stehen.

 

Titelbild Ausgabe 4/2025

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