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Raumfahrt
Houston, wir haben kein Problem!

Peter Osenberg

Abb. 1: Saturn V in Cape Canaveral

Den langjährigen Leserinnen und Lesern der sternzeit wird nicht entgangen sein, dass mich die US-amerikanische Raumfahrt schon immer interessiert hat. Siehe hierzu auch die in den Heften 2/2018 bis 2/2021 erschienene Artikelserie oder auch der Bericht über das neue ARTEMIS-Programm der NASA in Ausgabe 4/2024. So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass ich während meines letzten Aufenthaltes in den USA noch ein paar „Besichtigungs-Lücken“ schließen wollte.

Begonnen hat alles im Frühjahr des Jahres 2000 während meines ersten Aufenthaltes in den USA. Zwar war bei diesem zur Freude meiner Kinder das vorrangige Ziel der Besuch mehrerer Freizeitparks in Florida, doch auch für Raumfahrt-Enthusiasten wird dort natürlich etwas geboten. Sämtliche Starts der US-Missionen von Mercury und Gemini über Apollo bis zum Space Shuttle sind im Laufe der Jahrzehnte vom „Weltraumbahnhof“ Cape Canaveral aus erfolgt. Und auf dem dortigen NASA-Gelände befindet sich u.a. auch eine der drei noch ausgestellten Saturn-V-Raketen, welche die Apollo-Astronauten zum Mond gebracht haben (Abb. 1). Allerdings muss hier etwas differenziert werden. Die Saturn V Rakete bestand aus drei Stufen. Die erste Stufe (S-IC) hatte eine Länge von 42 Metern, sie war damit die bei Weitem größte und antriebsstärkste Raketenstufe ihrer Zeit. Die zweite Stufe (S-II) war etwa 25 Meter lang (bei ebenfalls 10 Metern Durchmesser) und wurde erst dann gezündet, wenn die erste Stufe ausgebrannt und abgetrennt worden war. Die dritte Stufe (S-IVB) sorgte schließlich für den finalen Schub, der die Apollo-Kapseln zum Mond brachte. Beim Exemplar in Florida ist die erste Stufe ein Testexemplar, bei der zweiten und dritten Stufe handelt es sich um die Exemplare, die für Apollo 18 bzw. 19 geplant waren. In der Ausgabe 3/2000 habe ich über den Trip nach Florida bereits ausführlich berichtet.

Doch zurück zu 2024. Wenn man den Süden der USA bereist, dann sollte ein Abstecher nach Houston in jedem Fall auf dem Programm stehen. Die Stadt selbst hat nicht sehr viel Interessantes zu bieten, wenn man von einer Stadtführung durch den Untergrund einmal absieht. Die Innenstadt unter den Wolkenkratzern ist großräumig untertunnelt, man findet dort quasi eine Stadt unter der Stadt. In diesem Ausmaß hatte ich das zuvor sonst noch nirgendwo gesehen. Daneben ist allenfalls noch das Naturkundemuseum (Museum of Natural Science) erwähnenswert.

Etwas außerhalb des Stadtzentrums Richtung Küste, an der Trinity Bay gelegen, befindet sich das sicherlich interessanteste Ziel in Houston: das 1961 (zunächst unter dem Namen Manned Spacecraft Center) gegründete Lyndon B. Johnson Space Center. Man kann hier fast schon von einer Kleinstadt sprechen: auf dem über 650 Hektar großen Areal sind mehr als 14.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zu sehen bekommt man als Tourist natürlich nur einen kleinen Teil davon. Von hier aus werden auch heute noch die Flüge zur Internationalen Raumstation überwacht. Zudem befindet sich dort das Ausbildungszentrum für die künftigen Astronautinnen und Astronauten.

 

Titelbild Ausgabe 4/2025

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